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  • Großes Welttheater



    DON CARLOS



    Das Grosse Welttheater

    Pedro Calderón de la Barca

    Premiere am 01. August 2003 in Schlossinnenhof
    Regie: Ingo Waszerka
    Ausstattung: Dietrich von Grebmer
    Musik: Lothar Hensel
    Koproduktion des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin, des Theaters Heidelberg / Schlossfestspiele und des Théâtre National de Luxembourg

    ENGLISH VERSION

    Wie geht der Mensch mit seinem Leben um? Welches ist das Ziel seines Daseins? Gibt es überhaupt ein Ziel und damit einen Sinn? Oder liegt der Sinn darin, dass es ziellos ist? Ist es folglich auch verantwortungslos? Verantwortung wofür? Für wen? Und wenn es jeglicher Verantwortung entbehrt, ist es dann sinnlos?
    Lauter letzte Fragen. Gefragt wird nach Moral, nach einem Wertekanon, der als Richtschnur für menschliches Handeln dienen kann.
    Calderóns Antwort, 140 Jahre vor Kants kategorischem Imperativ, lautet:
    "Liebe den Nächsten wie dich selbst und tue recht."
    Leicht gesagt. Wer handelt schon so?
    Der König und der Bauer, der Bettler und die schöne Dame, der Reiche und der Weise, das unschuldige Kind und die Gnade sind die Figuren dieses Schauspiels. Sie spielen mit- und gegeneinander, und schon ihre Namen deuten darauf hin, dass sie Prototypen einer strengen gesellschaftlichen Ordnung sind und ihr Spiel eine Allegorie, eine Auseinandersetzung mit sinnbildlichem Charakter ist.
    Der "Meister", das ist der Autor des Spiels (und im christlichen Kontext ist es zugleich Gott), bittet die Spieler auf die Bühne, das ist die Welt, wo sie die Komödie des Lebens geben sollen. Eine Komödie, die auch Gerichtstag ist über ihr Handeln, aber die Gnade ist die Souffleuse und so hat das Ende keine tragischen Züge.
    Sehr deutlich trägt dieses Genre den Stempel der mittelalterlichen Moralität, die ihre prominenteste Ausprägung im Jedermann gefunden hat. Calderón, der am Ausgang der Renaissance die Dramatikergeneration zwischen Shakespeare und Molière am stärksten repräsentiert, beherrschte von Spanien aus die europäischen Bühnen mit seinen weltlichen und geistlichen Werken. Aber all diese Meriten wären nur historischer Natur, hätte Calderón nicht ein Stück geschrieben, dessen dramatischer Bogen, dessen poetische Kraft und dessen bildhafte Sinnlichkeit uns auch heute bewegen.

    Termine:
    02. - 24. August 2003 jeweils
    mittwochs bis sonnabends um 21.00 Uhr und
    sonntags um 18.00 Uhr



    Don Carlos

    Giuseppe Verdi - Oper in vier Akten.
    In Italienischer Sprache


    Premiere am 12. Juni 2003 auf dem Alten Garten
    Dichtung von Joseph Méry und Camille du Locle
    Musikalische Leitung: Jörg Pitschmann / Boris Anifantakis
    Regie: Werner Saladin
    Bühne: Lutz Kreisel
    Kostüme: Olaf Zombeck
    Chöre: Michael Junge

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         Pressemeldungen zur aktuellen Inszenierung

    Spanien am Hofe König Philipps, um 1560. Eine finstere Zeit der Willkürherrschaft, der Inquisition und Autodafés erfüllt das Land. Der Infant Don Carlos liebt Königin Elisabeth, die neuvermählte Frau seines Vaters. Als er seine Gefühle dem Marquis von Posa, einem Freund aus Kindertagen, offenbart, rät dieser ihm, Spanien zu verlassen und sich in Flandern, wo man große Hoffnungen in ihn setzt, für den Freiheitskampf des Volkes zu engagieren. Carlos ist einverstanden, doch eine Intrige vereitelt den Plan. Die am Hofe lebende Gräfin Eboli hat sich in Carlos verliebt und hofft, ihn für sich zu gewinnen. Sie lädt den Infanten zu einem mitternächtlichen Treffen in den Garten. Carlos vermeint die Königin vor sich; die tief verschleierte Eboli lauscht beglückt seinen verliebten Worten, bis der Schleier fällt. Das Geheimnis von Carlos' wahrer Liebe ist enthüllt und die vor Eifersucht rasende Eboli schwört Rache...
    In Leipzig zeigte man sich 1867, im Uraufführungsjahr des Don Carlos, gereizt: "Wer wird sich wundern", war in der Neuen Zeitschrift für Musik zu lesen, "wenn wir morgen Schillers Räuber und Don Carlos auch bei uns ihre Triller schlagen hören, da ja bekanntlich diesem Don Juan Verdi keine deutsche Tragödie zu heilig ist."
    Zu heilig für eine Grand Opéra war Verdi das 1787 verfasste Dramatische Gedicht Schillers in der Tat nicht. Aber anders als bei seinen früheren Opern nach Stücken des großen deutschen Dichters durchdrang er diesmal mit seinen Librettisten vollkommen den Sinngehalt der Schillerschen Worte und fügte dem Stück durch seine Musik eine Dimension hinzu, die das Werk zu einer der großartigsten Opern in seinem Schaffen macht. Don Carlos, als Auftragswerk für die Pariser Oper geschrieben, ist die einzige ‚Grand Opéra', die diesen Typus bis heute auf den internationalen Bühnen repräsentiert. Bei den SCHLOSSFESTSPIELEN SCHWERIN 2003 wird sie in der vieraktigen italienischen Fassung von 1884 aufgeführt.

    Termine:
    13.-29. Juni 2003 donnerstags bis sonntags und
    02. -20. Juli 2003 mittwochs bis sonntags 21.00 Uhr

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