| Zwei englische Opern im Schweriner
Domhof: Sie sprechen von Frauen und Männern, von Liebe,
Leben und Tod. Savitri spielt in Indien. Man sagt, daß
Gustav Holst den Tonfall der Musik des fernen Reiches
getroffen habe, ohne jemals dort gewesen zu sein. Das
Stück erzählt von der jungen Savitri, der ihr Gatte Satyavan
vom Tod genommen wird. Sie bittet den Tod, auf das Opfer
zu verzichten, denn ohne Satyavan könne sie nicht sein:
Leben aber ist Gemeinschaft, / jeder, der lebet, lebet
für alle... Der Tod verzichtet und kehrt allein in sein
Reich zurück. Es ist eine Legende, die der von Orpheus
und Euridike aus dem Sagenschatz der griechischen Antike
zur Seite steht: Liebe besiegt den Tod.
Charles Dibdin war ein Multitalent: als Komponist
Autodidakt mit einem Œuvre von über hundert Bühnenwerken,
unzähligen Songs, Klavierstücken, Musikalischen Tischunterhaltungen,
Librettist, Sänger, Kapellmeister, Maler, Schriftsteller
und Musikalienhändler. Die Matrone von Ephesus
war einer seiner größten Erfolge in London: ein Stück
britisch schwarzen Humors auf den Schultern von Frivolitäten
aus dem Rom des Kaisers Nero. Das Sujet folgt einer
Episode aus dem Satiricon des Gaius Petronius: Eine
Frau, eine besonders ehrbare, tröstet sich an der Bahre
ihres Dahingeschiedenen mit einem Soldaten. Dem kommt
das zu bewachende Objekt abhanden, ein Gekreuzigter.
Aber man hat ja einen Leichnam parat, nicht wahr, und
so ist der Schaden leicht zu reparieren.

| Es spielten: |
 |
Petruchio |
Jochen Fahr |
 |
Katharina |
Anne Lebinsky
|
 |
Baptista |
Klaus Bieligk |
|  |