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Die Erfolgsproduktion von Regisseur Ralph Reichel „In der Bar zum CROCODIL“ mit Teresa Weißbach und John Carlson wird dieses Jahr bereits in die dritte Spielzeit übernommen und ist nun wieder im werk3 zu erleben. Etwa eineinhalb Jahre touren beide nun schon mit ihrem Liederabend durch Deutschland und spielten unter anderem in Berlin, Potsdam, München, Hamburg und Hannover. In der fiktiven Biografie der Sängerin Lola aus der erfundenen „Bar zum CROCODIL“ verdichten sich viele Quellen zu einer neuen Wahrheit. Eine junge Frau aus der Provinz geht nach Berlin. Dort erlebt sie – und das Publikum mit ihr – Aufschwung und das Ende einer Ära. Das goldene deutsche Jahrzehnt war zwischen 1920 und der Völkerdämmerung Kulminations- und Wendepunkt zahlreicher geschichtlicher Entwicklungen. Selten war die Welt so erschüttert und so lebenssüchtig wie zwischen den Weltkriegen. Die grundsätzliche Verunsicherung, die Permanenz der Krise verlangt nach Ablenkung, nach Schampus, nach Rausch. Das Team auf der werk3-Bühne erlebte ebenfalls in sehr jungen Jahren das grelle Licht der Scheinwerfer und die fremde Wahrheit von Bühne und Celluloid. Teresa Weißbach bekam mit 17 ihre erste Hauptrolle in dem Kinofilm „Sonnenallee“. John R. Carlson wurde als tänzerische Hochbegabung 15jährig mit einem Stipendium am College of the Arts in Seattle immatrikuliert und startete anschließend als ungewöhnlich junger Tänzer eine Profikarriere. Die brach er später ab, um seine alte Liebe, die Musik, zum Zentrum seines Schaffens, also Lebens machen zu können. Er ging nach Europa und komponierte und spielte Bühnenmusiken für Theater in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Frankreich, Indien, England, dann auch wieder Amerika… Teresa Weißbach, die in diesem Sommer u.a. mit Rufus Beck und Götz Schubert zusammenarbeitete, spielte bei den 10. Nibelungenfestspielen in Worms unter Erfolgsregisseur Dieter Wedel („Der große Bellheim“). Außerdem verkörperte die gebürtige Sächsin bei den 1. Zwingerfestspielen in Dresden die bekannteste Frauenfigur aus der Epoche von August dem Starken, Gräfin von Cosel. Jetzt stehen die beiden „Wunderkinder“ - erwachsener geworden - wieder auf der Bühne und erzählen gemeinsam und musikalisch aus der Kindheit des letzten Jahrhunderts. Sie lassen das Reifen der Moderne, der Frau, lassen die Emanzipation der Kunst vom Diktat der Abbildung in ihren lebensgierigen und selbstzweiflerischen Ursprüngen lebendig werden.
Pressestimmen: Auszüge, 10.03.2010
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