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Irgendwo im nebligen Turmschatten eines gotischen Backsteindomes trifft der alte Gutsbesitzer Boll auf die junge Hexe Grete. Sie will ihre Kinder aus dem Elend befreien, er will sich aus der eigenen, verlebten Haut retten. Ihn lockt ihre Jugend, sie erhofft von ihm Gift. Auf einer wilden Sauftour mit Gott und dem Teufel durch Himmel und Hölle einer mecklenburgischen Kleinstadt sucht einer den anderen und finden beide schließlich ein neues Selbst.
Wie 'Der blaue Boll' enthält wohl kaum ein anderes seiner Dramen soviel aus Barlachs Leben, Denken und Wirken. Mit verblüffendem Humor stellt sich der Künstler hier dem ewigen 'stirb und werde'.
In einer szenischen Lesung aus Barlachs Drama und mit einer Vorführung des in der DDR verbotenen DEFA-Films 'Der verlorene Engel' (1972, 59 min) erinnert das Schauspiel des Schweriner Staatstheaters an den früh schon weltweit anerkannten mecklenburgischen Dichter und Bildhauer. 1870 im holsteinischen Wedel geboren, ließ er sich nach Aufenthalten in Hamburg, Dresden, Berlin, Paris, Italien und Russland bereits 1910 in Güstrow nieder. Seit 1929 aber als 'entarteter Künstler' von den Nazis verfemt und seit 1933 immer schärfer verfolgt, erlebte er mit, wie seine Plastiken entfernt und seine Stücke verboten wurden. Am 24. Oktober 1938 erlag Ernst Barlach in Rostock einer Herzschwäche mit Lungenentzündung.
Pressestimmen: Schweriner Volkszeitung, 10. November 2008
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