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Germania. Tod in Berlin

Schauspiel von Heiner Müller

  • Inszenierung: David Czesienski (Prinzip Gonzo)
  • Bühne und Kostüme: Lucie Hannequin
  • Dramaturgie: Julia Korrek
  • Premiere: 7. Mai 2015, E-Werk
  • Dauer: 2h 15min, keine Pause

Konflikte ohne Lösungen, Clowns, die nicht lachen, ein schwangerer Joseph Goebbels und dann auch noch Napoleon und Cäsar im Kessel von Stalingrad. Heiner Müllers Collage mit ihrer Schwemme von Namen, Orten und Handlungsfragmenten ist eine Zumutung und sollte es auch immer sein.

Heiner Müller, einer der prägendsten Dramatiker des 20. Jahrhunderts, interessierte sich zeitlebens „für die Lücken im Mythos der Deutschen, die noch nicht durch Taten hoffnungslos verstopft sind“. Mit „Germania. Tod in Berlin“ hat er einen Bilderbogen zur deutschen Geschichte in dreizehn Szenen geschaffen, der konkrete historische Ereignisse in der DDR, wie den Volksaufstand am 17. Juni 1953, neben mythische Sagen, phantastische Parodien und anachronistische Begegnungen setzt. Müllers Stück wehrt sich gegen einfache Antworten und die vermeintlich historische Logik der Geschichtsschreibung. Es eröffnet dem Publikum durch Groteske und Übertreibung, Ironie und Verfremdung die Möglichkeit, selbst Fragen an Text und Handlung zu stellen und einen neuen Blick auf die eigene und doch fremde Geschichte zu werfen.

Von der Varus-Schlacht im Teutoburger Wald im Jahre 9 n. Chr. bis in die Zeit vorm Mauerbau spannt sich Müllers zwischen 1956 und 1971 entstandene, unbequeme Collage zur deutschen Geschichte. Bis 1988 durfte sein Stück in der DDR weder gedruckt noch aufgeführt werden. Als zu kritisch galt Müllers Blick auf die deutsche Vergangenheit und die Art, wie der Staat mit ihr umgegangen ist.

Wen interessiert das alles heute überhaupt noch? Was hat die deutsche Geschichte mit unserem Alltag zu tun und was kann ausgerechnet Heiner Müller darüber erzählen? Mit diesen Fragen werden David Czesienski und sein Team ein spannendes Spiel um die eigene Geschichte beginnen. Czesienski, der seit 2008 im Regiekollektiv „Prinzip Gonzo“ aktiv ist, führte unter anderem in Berlin, Halle, Kassel und Bordeaux Regie. Im Schweriner E-Werk waren bereits die beiden Inszenierungen „Illusionen“ (2012) sowie „Männer Frauen Arbeit“ 2013) in der Regie von „Prinzip Gonzo“ zu sehen.

 

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