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6. Sinfoniekonzert "Wiener Perspektiven"

mit Werken von Webern, Haydn und Beethoven

Für musikalischen Minimalismus steht der Name Anton Webern – und das lange bevor die Neue Musik den Begriff für Reihungen sich wandelnder Patterns erfand. Minimalismus bei Webern, das ist die Beschränkung der in der Spätromantik allzu ausufernden musikalischen Gedanken auf das absolut Wesentliche – und seien es wenige Töne. Hatte die Musik zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine solche Rosskur zwingend nötig gehabt, so öffnet Webern dem Hörer auch heute noch die Ohren für die klingende Essenz: für die Spannung zwischen Einzeltönen und für geballten Ausdruck auf engstem Raum. Ein echter Wiener „Klassiker" eben, bei dem jede Note ihren einzig wahren Platz findet.

Mit vergleichbarem Intellekt, aber auch mit einer gehörigen Prise Witz hatte sich Josef Haydn rund anderthalb Jahrhunderte zuvor die Welt der Sinfonie erobert: eine „Experimentierküche", in der minimaler Einsatz maximale Wirkung entfalten kann. Überraschungseffekte sind dabei inklusive, und erneut verraten Pausen oft mehr als allzu viele Noten. Für Ludwig van Beethoven wurden die puren musikalischen Formen zunehmend zum Fluchtpunkt vor allzu realen Bedrängnissen. So 1809 vor den Trommeln, den Kanonen und dem Elend der napoleonischen Belagerung Wiens, denen der wilde Individualist sein heroisches 5. Klavierkonzert entgegensetzte. Bedeutsam genug: Beethoven suchte mehr und mehr den musikalischen Dialog – ein Ideal, dessen Umsetzung ihm selbst wie der Welt dort draußen immer weniger gelang.

Anton Webern:5 Stücke für Orchester op. 10
Joseph Haydn: Sinfonie in D-Dur Hob. I:104
Ludwig van Beethoven: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5 Es-Dur

 

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