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Der Diener zweier Herren - Videotrailer
Der Diener zweier Herren - Fototrailer
Carlo Goldoni gilt in vielerlei Geschichtsschreibung als Höhepunkt der Commedia dell’arte, bedeutete aber zugleich auch ihr Ende. In seinen frühen Jahren arbeitete der Autor und Regisseur in der lebendigen Tradition dieses Volkstheaters: Stegreifspiele mit festen Typen, komischen Zwischenspielen und Musik, die einen Handlungsablauf nur als Szenarium skizzierten. Es wurde fröhlich improvisiert und es gab einen sehr direkten Kontakt zum Publikum. Der „Diener zweier Herren“ in dem Truffaldino versucht, den Wünschen zweier Herren zu genügen, dabei doppelt zu kassieren und vierfach zu essen, ohne dass diese es merken, gilt als das bekanntestes Stück von Carlo Goldoni. Erst mehrere Jahre nach der Premiere schrieb er das Stück als kompletten Text nieder und machte es damit für andere Darsteller und Theater verfügbar. Goldoni bemühte sich zunehmend um eine Reformation der italienischen Komödie nach französischem Vorbild. Er setzte in Venedig sogar eine „Gesetzgebung zum Schutze der Theatermoral“ mit durch, die gerade die frei improvisierten komischen Zwischenspiele unterbinden sollte. Am Ende seiner Schaffenszeit lebte Goldoni in Frankreich und schrieb Charakter-Komödien, die allerdings in der Wirkung alle weit hinter seinen frühen Texten im Stile der Commedia zurückblieben. Für die Schweriner Inszenierung erarbeitet das Team - unter Verwendung der frühesten Übersetzung von 1776 - eine Fassung, die Raum für Intermezzi, für extremes Körperspiel, für anarchistische Komik bietet. Ziel ist, den Geist der Commedia aus der Tradition der Festkultur, des Karnevals wieder erstehen zu lassen. Als Regisseur konnte dafür Herbert Fritsch gewonnen werden, der in der Spielzeit 2010/11 als die aufregendste Regiepersönlichkeit im deutschsprachigen Theater gelten darf, der gleich mit zwei Inszenierungen zum Theatertreffen - zur Leistungsschau des deutschen Sprechtheaters - eingeladen wurde. Der Schweriner „Biberpelz“ wurde in der Urteilsbegründung der Jury als einer „der amüsantesten Theaterabende des Jahres“ beschrieben. Die sehr körperlich-groteske Theaterästhetik von Herbert Fritsch sollte bestens geeignet sein, die karnevalistische Lust am Leben des Festes in der Commedia dell’arte zum Blühen zu bringen.
Pressestimmen: Auszüge, 23.05.2011
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