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Eine Familie - Fototrailer „Das Leben ist sehr lang“. So beginnt das mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Stück des US-Amerikaners Tracy Letts „Eine Familie“ (im Original: August: Osage County), das nach seinem Siegeszug auf dem Broadway nun seit zwei Spielzeiten auf europäischen Bühnen gespielt wird. Von Mannheim bis Bochum, von Basel bis Hannover, von Rudolstadt bis Bielefeld wird in den Dramaturgien gejubelt: endlich wieder ein großes Ensemblestück. Rollen für Mütter, Töchter, Väter, Söhne, Ex-Freunde und solche, die es noch werden. Was ist so besonders an diesem Stück? Dass Bosheit Heiterkeit auslöst, wissen wir schon von Tennessee Williams und Eugene O’Neill. Dass es in den absurden Liebeskonstellationen immer noch eine Wendung gibt, die sich niemand auch nur in seinen kühnsten Träumen vorzustellen vermochte, wissen wir seit Fernsehserien wie Dallas und Denver. Dass wir es lieben, uns selbst zu hören, wenn Yasmina Reza Elternpaare über Schuld und Sühne verwöhnter Kindern mit ausgeschlagenen Zähne streiten lässt - all das weiß auch Tracy Letts und tut es zu einem emotionalen Krimi der Extraklasse zusammen. Beverly Weston, ein emeritierter Professor, notorischer Nörgler und Vollzeitalkoholiker, philosophiert über das Leben an sich und im Besonderen über das gemeinsame mit seiner Frau Violet, einem Nervenwrack, deren Konsum an Psychopharmaka bedenkliche Züge hat. Zudem ist sie an Krebs erkrankt und überfordert damit die Ehe um den Grad des Erträglichen, so dass Beverly beschließt, etwas zu ändern. Er engagiert eine Haushaltshilfe, die das Chaos beherrschen soll. Dann verschwindet Beverly - für immer. Aber das wird erst nach Ende des ersten Akts bekannt. Bis dahin entwirft Tracy Letts ein urkomisches Tableau wohl bekannter Familienfeste. Die drei erwachsenen Töchter, die mehr oder weniger erfolgreich versucht haben, sich vom übergroßen Schatten des Vaters zu lösen, stehen der Mutter in der Sorge über den Verbleib des Vaters bei - mit ihnen Tanten, Kindeskinder und neue Partner. Alle erfahren am Ende eher beiläufig vom Sheriff, dass Beverly tot ist. Violet baut nun zusehends ab. Verzweifelt stehen ihr alle bei; doch die gnadenlose Matriarchin hat noch genug Kraft, um auszuteilen, wie sie es immer tat. Unzufrieden mit allem, eröffnet sie den Tag der Wahrheit und der hält im Hause Weston für jeden etwas nicht Geahntes bereit…
Pressestimmen: Auszüge, 07. März 2011
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