|
Der Biberpelz - Fototrailer Am Rande von Berlin hat Mutter Wolffen sich mit ihrem Mann und den zwei erwachsenen Töchtern ein Häuschen gekauft. Auf Kredit natürlich. Ob Wilderei, Holz- oder Pelzdiebstahl - um die Hypothek so schnell wie möglich abzuzahlen, ist ihr jedes Mittel recht. Mutter Wolffens kleinkriminelle Aktivitäten sind jedoch für die zuständigen staatlichen Stellen von geringem Interesse. Baron von Wehrhahn muss sich mit ganz anderen Dingen rumschlagen. "Dunkle Existenzen" und "feindliche Elemente" treiben ihr Unwesen. Zum Beispiel der Privatgelehrte Dr. Fleischer, der sich verdächtig macht, indem er zwanzig Zeitungen liest und ominöse Treffen in seiner Wohnung abhält. So einer, weiß Wehrhahn, stellt eine öffentliche Gefahr dar, denn "wenn´s drauf ankommt, sprengen die Hunde janze jrosse Ortschaften in die Luft". Gerhart Hauptmanns 1893 in Berlin uraufgeführter "Biberpelz" gilt als eine der beliebtesten deutschen Komödien. Die auf realen Vorbildern aus der Zeit seines Erkner-Aufenthaltes beruhenden Theaterfiguren sind zeitlose Originale. Vorbild für den verdächtigen Gelehrten war er selber, da der spätere Nobelpreisträger zu der Zeit wegen „sozialdemokratischen Neigungen“ bespitzelt wurde. Hauptmann spannt den gesellschaftskritischen Bogen zwischen Kleinkriminalität und Politik, zwischen Holzdiebstahl und instrumentalisierter Terrorangst. Damit ist er historisch korrekt und zugleich erschreckend aktuell. Herbert Fritsch, der als Schauspieler an den großen Häusern von München über Hamburg bis zur Volksbühne Berlin in Hauptrollen brillierte, arbeitet mittlerweile erfolgreich als Regisseur. Insbesondere mit schrillen Komödien hat er sich einen Namen gemacht.
Pressestimmen: Auszüge, 05.06.2010
|