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Ein Fluch lastet auf dem Geschlecht der Atriden: Der Vater tötet die Tochter aus Kriegsstrategie, die Mutter rächt sich an ihm und seiner Geliebten mit der Doppelaxt. Ihre Kinder sind verletzt, da der neue Stiefvater schon auf dem Thron sitzt. Sie hören auf den Rat der Götter. Also fällt auch die Mutter und ihr Geliebter durch die Hand des Sohnes: Orest. Namensgeber der wichtigsten antiken Tragödie der Theatergeschichte. Als ihn die Rachegöttinnen plagen, meint er, Zeus’ Wille läge über dem Schicksal der Menschen. Doch in Athen stimmen die Bürger über Recht und Unrecht ab, die Zeit für eine neue Ordnung ist reif. Entsetzliches soll nicht mehr durch Entsetzliches bestraft, Blut nicht mehr durch Blut rein gewaschen werden. Die Demokratie beginnt und der neuen Generation fehlen die Väter.
Für das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin hat Regisseur Tilman Gersch „Die Orestie“ in der Übersetzung von Peter Stein in einer komprimierten, zeitgemäßen Form inszeniert. Ausgehend von der Faszination des antiken Mythos schlägt er einen Bogen zur Gegenwart. Tilman Gersch, der zuletzt am Deutschen Theater Göttingen Büchners “Dantons Tod“ inszenierte, gehört zur Schauspielleitung des Staatstheaters Wiesbaden und führte nach Schillers "Kabale und Liebe" und Lenz’ "Soldaten" in Schwerin erstmals auf der Großen Bühne Regie.
Pressestimmen: Schweriner Volkszeitung, 27. April 2009
Pressestimmen: Ostsee-Zeitung, 27. April 2009
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