|
Der ältliche Doktor Bartolo gedenkt, sich selbst das schönste Geschenk zu machen, das er sich vorzustellen vermag: Er will sein Mündel Rosina heiraten. Dafür gibt es gute Gründe: Rosina ist jung, hübsch und bringt eine stattliche Mitgift mit in die Ehe. Dass sich die Auserwählte von Bartolos Absicht wenig begeistert zeigt, stört ihn dabei nicht sonderlich. Es ist ihm allerdings sehr daran gelegen, die Hochzeit möglichst bald stattfinden lassen, denn er fürchtet, dass ein Nebenbuhler auf den Plan treten und die Erfüllung seines rosigen Traumes von Liebe und Reichtum kurz vor dem Ziel zunichte machen könnte. Und tatsächlich: Mit Graf Almaviva erscheint ein Konkurrent, der in Rosina eine ihr bislang unbekannte Sehnsucht zu wecken vermag…
Es lässt sich denken, dass das Aufeinanderprallen der unterschiedlichen Interessen in bester Komödientradition zu den aberwitzigsten Verwicklungen führt. Und es passt zu der schrägen und nicht immer den strengen Gesetzen der Logik folgenden Handlung, dass Rossini diese - seine populärste und wildeste - Oper in der Karnevalszeit komponierte. Innerhalb von nur drei Wochen warf er die Partitur aufs Papier. Die Uraufführung am 20. Februar 1816 im Teatro di Torre Argentina in Rom geriet dann zu einem der spektakulärsten Reinfälle der Operngeschichte. Wobei der Uraufführungsskandal letztendlich nur der etwas kuriose Auftakt zum schon kurz darauf einsetzenden Welterfolg des Barbier war, denn bis heute zählt diese Oper zu den erfolgreichsten Stücken des Musiktheaters.
Dieses Meisterwerk voll Vitalität, Witz und Übermut aus dem Geist der Commedia dell’arte wird am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin in Szene gesetzt von dem renommierten Opernregisseur Anthony Pilavachi. Der auf Zypern geborene Regisseur wuchs in Frankreich auf, ist irischer Staatsbürger und Wahl-Kölner. Bei der Kritikerumfrage im Jahrbuch 2006 der Zeitschrift Opernwelt in der Kategorie „Inszenierung/Regisseur“ wurde er für seinen Bremer Zar und Zimmermann nominiert. Nach dem phänomenalen Auftakt mit dem Rheingold im September dieses Jahres in Lübeck bringt Anthony Pilavachi dort bis 2010 Richard Wagners gesamten Ring auf die Bühne
Pressestimmen: Ostsee Zeitung, 23. Januar 2008
Pressestimmen: Schweriner Vokszeitung, 21. Januar 2008
|