Herzog Blaubarts Burg
Oper in einem Akt von Béla Bartók
Libretto von Béla BalázsGianni Schicchi
Oper in einem Akt von Giacomo Puccini
Libretto von Giovacchino Forzano Beide Opern in deutscher Sprache Tragödie und Komödie sind seit der Antike die grundlegenden Ausprägungen des Theaters. An diesem Operndoppelabend treffen sie aufeinander. Zugleich aber haben Herzogs Blaubarts Burg und Gianni Schicchi – außer der Tatsache, dass beide 1918 uraufgeführt wurden – auch etwas gemeinsam: Es sind Extremsituationen, in denen sich ihre Protagonisten unerwartet wiederfinden: In Herzog Blaubarts Burg verlangt die junge Judith in jeden geheimen Seelenwinkel des geliebten Mannes zu schauen, und sie ist sich hierbei – trotz Blaubarts dringender Warnungen – nicht bewusst, dass sie damit Grenzen überschreitet, die es unbedingt zu respektieren gälte. Béla Bartók schuf mit dieser – seiner einzigen – Oper das hoch spannende Psychogramm einer fehl laufenden Liebesbeziehung. Die spezifische Klangsprache, die er zur Schilderung der extremen Emotionalität Judiths und Blaubarts entwickelt, ist von einem überwältigenden Farbenreichtum - ungewöhnlich ist zudem der insgesamt stark symphonische Charakter des Werks. Während Bartóks Oper unaufhaltsam auf ein tragisches Ende zusteuert, entfacht Giacomo Puccini ein komödiantisches Feuerwerk: Der schlaue Gianni Schicchi wird von den habgierigen Verwandten des just verstorbenen Buoso Donati beauftragt, sich eine Strategie auszudenken, mit der verhindert werden kann, dass das gesamte Erbe – wie im Testament bestimmt – an die Mönche geht. Gianni Schicchi entwickelt einen genialen Plan, der allerdings alle potentiellen Erben zu Mitwissern eines makabren Täuschungsmanövers macht. Überaus reizvoll: Puccini treibt mittels virtuoser Anwendung musikalischer Maskerade so manchen Schabernack mit Buosos unlauterer Verwandtschaft.
Pressestimmen: Schweriner Volkszeitung, 26. Januar 2009
Pressestimmen: Ostsee-Zeitung, 26. Januar 2009
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