|
In niederdeutscher Sprache Der kräftige Schwank gehört zu den auch heute noch beliebtesten Werken von Dr. Erich Hagemeister, der sich in seiner 25-jährigen Tätigkeit als Dramaturg am Mecklenburgischen Staatstheater besonders für die niederdeutsche Sparte verantwortlich fühlte. 1939 hier unter dem Titel "Nette Pasteten" uraufgeführt, erlebte das Stück bis 1955 in Schwerin drei weitere Reprisen. Die Handlung ist originell, witzig und turbulent. Der geizige Postobersekretär Karl Burmann hat Geburtstag. Am liebsten würde er auf Gäste ganz verzichten, aber wenn doch welche kommen sollten, müssen sie sich mit Frikadellen und Kartoffelsalat begnügen. Doch seine Schwester Ida lässt sich nicht abschrecken, auch der trink- und sangesfreudige Rentier Behrbohm kommt und obendrein auch noch der Priesterkandidat Ernst, arm wie eine Kirchenmaus und in Karls Tochter Lotte verliebt. Die jedoch wollte Karl just mit dem reichen Fischhändler Melk verloben. Aber noch bevor Einigkeit herrscht, ob es im Hause Burmann "Frikadelle", "Boulette" oder "Klops" heißt, geraten alle in Todesangst. Die besagten Dinger scheinen nämlich eine Fleischvergiftung hervorzurufen, denn der Haushund Phylax, der eins davon bekommen hat, ist tot. Als nun das nahe Ende vermutet werden muss, kippt die Situation völlig um: Abführmittel, Beichte, Testament, der Schwur treuer Liebe bis in den Tod - jeder versucht, mit der Lage klarzukommen. Und alles wird schaurig-schön musikalisch illustriert durch Behrbohms improvisierten Chor. Aber die Geschichte endet natürlich nicht tragisch, sondern für die, die es verdienen, ausgesprochen glücklich. Erich Hagemeisters Schwank wurde nach der Bearbeitung von Günther Siegmund von Manfred Brümmer für die Fritz-Reuter-Bühne in eine neue Fassung mit Musik gebracht und wird von Hardy Rudolz, dem Publikum bisher als Hauptdarsteller in "Große Freiheit Nr. 7" und "Das Feuerwerk" bekannt, inszeniert. Die Ausstattung übernahmen Uli Wolff und Gertie Trautvetter, die Einstudierung der Lieder Christiane Möckel.
|