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Eigentlich könnte alles so einfach und schön sein: Hero liebt Claudio und Claudio liebt Hero. Die beiden möchten heiraten. Und das ganz schnell! Doch wo zwei glücklich sind, da gibt es meistens Neider. Solche nämlich, die selbst kein Glück in der Liebe haben und es daher auch anderen nicht gönnen. In Shakespeares Komödie „Much Ado About Nothing“ / „Viel Lärm um nichts“ ist es Don John, dem die Seligkeit der Liebenden ein Dorn im Auge ist. Denn er selbst hat keine Liebste, sogar die Begabung zur Freundschaft fehlt ihm und noch nicht einmal sein eigener Bruder, Don Pedro, mag ihn sonderlich gut leiden. Wenn einen keiner mag, dann muss man aus seiner Schwäche eben eine Stärke machen und ein richtiges Scheusal werden. Darin beweist Don John tatsächlich großes Geschick. Er spinnt mit flinker Hand eine Intrige, die die Liebenden auseinanderbringen soll und er setzt dabei auf ein Mittel, mit dem auch Jago bei Othello außerordentliche Erfolge verzeichnen kann: Die Eifersucht! Und siehe da: Es braucht gar nicht viel und Claudio verdächtigt Hero schlimmster Untreue. Die ganze Geschichte würde mit Sicherheit als Tragödie enden, wären da nicht noch Beatrice und Benedikt, die gegen die Schmutzkampagne Don Johns immun und von der Unschuld Heros überzeugt sind. „Viel Lärm um nichts“ – 1598 uraufgeführt - gilt als eine der spannungsreichsten Komödien William Shakespeares. Denn die Gefühle der Protagonisten sind alles andere als feste, verlässliche Größen, sondern je nach Situation gefährlichen Schwankungen unterworfen. So kippt etwa die zunächst unverbrüchlich scheinende Liebe Claudios zu Hero unversehens um in blinde Eifersucht und Hass. Ebenso unvorhersehbar: Der überzeugte Junggeselle Benedikt entdeckt urplötzlich seine Zuneigung für die kecke Beatrice. Kurz: Shakespeare zeigt in seiner Komödie im wahrsten Sinne des Wortes „Menschen in Bewegung“. Und was liegt da eigentlich näher, als die komplizierte Welt der unzuverlässigen Gefühle mit den Mitteln des Tanzes zu erkunden? Choreograph Paul Julius begibt sich gemeinsam mit den Tänzerinnen und Tänzern des Mecklenburgischen Staatstheaters auf die Reise in das unsichere Terrain schwankender Emotionen und aus dem Ruder laufender Leidenschaften.
Pressestimmen: Ostsee Zeitung, 11. Juni 2008
Pressestimmen: Schweriner Volkszeitung, 07. Juni 2008
Pressestimmen: Nordkurier, 07. Juni 2008
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