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    Giselle

    Quelle: Auszüge
    vom: 22. März 2010
    Mehr Infos zu: Giselle



    "Der Konflikt ist nun eine Dreiecksgeschichte zwischen Herrn Jedermann, seiner schwärmerischen Geliebten und der kämpferischen Ehefrau, die hier entscheidend eingreift. Wenn Julius das ballet blanc der Romantik optisch weder bieten kann noch will, so bewahrt er doch jenen romantischen Geist, in dem der Widersprach zwischen dem Faktischen und dem Ersehnten sich nur tödlich löst. Und hier stirbt nicht Giselle an Liebeskummer, sondern Albert wird gerichtet von der bösen Königin Myrtha, die in seiner Frau auch steckt. Tatort Gegenwartsmärchen, Untermalt, pointiert, leitmotiviert von der Musik Adolphe Adams. Sie wird von der Staatskapelle, inspiriert von Judith Kubitz, schwungvoll, singend, seufzend und mit starken Solostimmen musiziert.

    (...)

    Nao Matsushita zeigt in der Titelrolle mit eleganter Allüre -„runde Arme" - ein Flirren aus Liebreiz, Zärtlichkeit, Verzweiflung, sie vermag die klassische Figuration mit Emotion zu füllen. Bravourös formuliert Davina Kramer in der Bathilde Seelenbrüche und Körperschreie, da pulsieren und changieren Anspruch, Zerrissensein, eisige Energie. Chapeau! In der Spannung zwischen den Rivalinnen, im Wechsel mit beiden und solo tanzt Rustam Savrasov Alberts Beziehungsunfall so flexibel wie intensiv zwischen Lyrik und Dramatik. Glänzendes Solisten-Trio. „Giselle" als Psychogramm. Tradition weitergegeben mit Feuer. Das Premierenpublikum am Freitag brach in Jubel aus."

    (SVZ, Manfred Zelt)

    „Mit der für eine Ballettaufführung eher ungewöhnlich viel Szenenapplaus, kräftigen Bravos und langem Beifall am Ende feierte die Inszenierung des Balletts „Giselle" mit der Musik von Adolphe Adam ihre Premiere.

    (...)

    Das Ballett „Giselle“ führt oft im Untertitel das Wort „romantisch", und Romantik kommt auch bei der Interpretation von Paul Julius nicht zu kurz. Ebenso wenig die Klassik - seine Choreographie verbindet Spitzentanz mit zeitgenössischen Tanzformen, ist lebhaft, hat ironische Akzente, wird vom Ensemble wunderbar umgesetzt. Die Pliés, Fouttés, Jetés, Promenaden - Elemente klassischen Balletts - wirken nicht angestrengt und bei Nao Matsushita als Giselle hat man mitunter das Gefühl, sie würde so leicht schweben wie ihr Tüllrock. Davina Kramer als Bathilde überzeugt durch kraftvoll schönen Tanz: Rustam Savrasov als Albrecht begeistert mit seinem Ausdruck, seiner Sicherheit und Stärke - in Sprüngen und Hebungen. Begleitet wird der Abend von der Mecklenburgischen Staatskapelle, die nicht einfach den Klangteppich für Tänzer auslegt. Unter Leitung der ersten Kapellmeisterin Judith Kubitz musiziert das Orchester mit Schwung und Melodik.“

    (OZ, Karin Gustmann)

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