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    The Rocky Horror Show

    Quelle: Schweriner Volkszeitung
    vom: 26. Januar 2005
    Mehr Infos zu: The Rocky Horror Show



    Orgie im Tempel der Musen "The Rocky Horror Show" im Februar in Serie in Schwerin

    Schwerin • Der Kult kehrt zurück. Vom 3. bis 13. Februar ist wieder Orgie im Tempel der Musen: "The Rocky Horror Show" von Richard O' Brien im Schweriner Staatstheater. In der Inszenierung von Ralph Reichel, die 2004 Premiere hatte, spielt Markus Wünsch den Meister der oberschrägen Party.

    Schnürstiefel und Netzstrümpfe an Strapsen, Lederslip, Korsett, die Brust frei, die Mähne hoch und lang. Ein schwarzes Seidencape wie Flügel. Im Zwischenreich der Geschlechter ist er Dominator. Seine Songs steigern die Pulsfrequenz beim Publikum. Markus Wünsch als Frank'N'Furter.

    Die Magie der Travestie erfordert Meisterliches

    Das lernt man nicht auf der Schauspielschule. Woher nimmt er die Inspiration? Wünsch muss nicht überlegen: "Das Stück, der Film, die Platte gehörten zu meiner Jugend, ich habe das rauf und runter gehört. Nur hätte ich nie daran gedacht, das einmal zu spielen. Ich musste mich also nur erinnern." Hat man die Faszination erlebt, die Wünsch in dieser Rolle bei den Aufführungen im Vorjahr gelang, darf man das getrost für untertrieben halten.
    Nicht übertrieben ist, dass er für seine Erscheinung eine dreiviertel Stunde in der Maske sitzt. Die Magie der Travestie erfordert schon hinter der Bühne Meisterliches. Und das Kunstwerk der Verwandlung muss auch während der Vorstellung immer mal nachgebessert werden, verrät er.

    Wünsch wurde an der Spitze des Ensembles vom Publikum bejubelt und danach in der Stadt ein bisschen zum Popstar: "Klar, man wird auf diese Rolle angesprochen.
    Auch von Leuten, die sonst nicht ins Theater gehen. Sie sind begeistert und haben ein Gefühl von Broadway in Schwerin."
    Sozusagen durch Kult zur guten Kasse. Wünsch wirft ein: "Es war aber von O'Brien nicht als Kommerzknaller konzipiert. Es ist das Werk eines Sonderlings, das zum Welterfolg wurde. Deshalb kann man den liebenswerten Schwachsinn gern mitmachen."

    Mit Reis, Klopapier und Wasserpistolen

    Nicht minder verrückt kostümiert sich das Publikum und rastet aus mit Wasserpistolen, Klopapierrollen und Reis. Wie wirkt das auf die Darsteller? "Ich war skeptisch", sagt Wünsch, "ob das auch in Schwerin passieren würde. Aber das spricht sich offenbar herum. Bei diesem Stück ist es konventionell, sich unkonventionell zu verhalten. Wir bitten nur, die Bühne zu verschonen, weil Reis und Wasser die Standfestigkeit gefährden."
    Der Schauspieler Markus Wünsch war mehrfach als Regisseur erfolgreich. Will er künftig die Fronten wechseln? "Nein. Es ist für mich schön, beides zu tun. Diese wechselnde Position ist ein Glück, und hinzu kommt die Arbeit mit dem Theaterjugendclub."
    Gibt es ein neues Projekt des Clubs? "Wir versuchen uns an Schiller. Es wird kein Stück von ihm, wir wollen uns seiner Person und seinen Themen stellen."

    Schein und Wirklichkeit

    Das Unterhaltungsangebot ist bunt und breit, warum sollen mehr Leute ausgerechnet ins Theater gehen? Wünsch hat eine so simple wie stimmige Antwort: "Das Theater ist zwar ein Ort des Scheins, die Schauspieler aber sind die Wirklichkeit. Solches Spiel kann kein technisches Medium bieten.
    Das Dabeisein, wenn etwas Außergewöhnliches passiert, ist vielleicht doch das Urerlebnis von Unterhaltung." Aufführungen wie die "Horror Show" sind für Wünsch auch eine Chance, theaterferne und besonders junge Leute zu locken.
    Im Kultstück tanzen die Außerirdischen, was würde Wünsch gern erfinden? Darauf ist er nicht vorbereitet, aber verlegen ist er nicht: "Da spricht aus mir der Idealist. Es ist mir nicht wichtig, einen noch besseren Computer zu haben. Ich würde gerne etwas für das Zusammenleben der Menschen erfinden: eine Friedensmaschine."
    Manfred Zelt

    "The Rocky Horros Show" vom 3. bis 13. Februar in Schwerin. Einzelne Restkarten unter: 0385 - 5300 123

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