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    SCHLOSSFESTSPIELE
    SCHWERIN 2009
    Die Zauberflöte


    Quelle: Lübecker Nachrichten
    vom: 28. Juni 2009
    Mehr Infos zu: SCHLOSSFESTSPIELE
    SCHWERIN 2009
    Die Zauberflöte




    "Zauberflöte": Farbenfrohe Reifeprüfung vor dem Schloss

    Mit der Premiere der Mozart-Oper "Die Zauberflöte" sind gestern die Schweriner Schlossfestspiele in ihre mittlerweile 17. Open-Air-Saison gestartet.

    Wolkig, vereinzelte Schauer, Sonne, Wolken – die Wetterprognosen für den Premierenabend waren unentschieden, die Zuschauer jedoch mit Decken und Schirmen bestens präpariert für einen Opernabend im Freien. Zwar blieb der Himmel bedeckt, doch es war trocken, von der Seeseite säuselten laue Lüftchen, und so konnten die etwa 2000 Premierengäste am Freitagabend den Auftakt der Schweriner Schlossfestspiele mit Mozarts „Zauberflöte“ entspannt genießen.

    Und dieser Genuss war optisch: die schlicht und zeitlos gestaltete Bühne (Olaf Grambow) mit Treppenaufgängen, einer schrägen Ebene, Bäumen und Schäfchenwolken ist in warmen Gelb- und Ockertönen gehalten, im Hintergrund strahlt das Schweriner Zuckerbäckerschloss. Die Kostüme hat Bettina Lauer in leuchtenden Farben gestaltet: pink, gelb, lila, hellblau, giftgrün. Ein Fest der Farben zwischen dem Reich des Lichts und dem Reich der Dunkelheit, um deren Kampf es in der Oper bekanntlich geht.

    Mozarts letztes Bühnenstück, uraufgeführt 1791 in Wien, ist absolut massentauglich, selbst Kulturbanausen können die Haupthits mitsummen. Erzählt wird die Geschichte einer Reife-Prüfung. Prinz Tamino liebt Pamina, die Tochter der Königin der Nacht. Der Herrscher des Lichts, Sarastro, hat Pamina entführt, und Taminos Aufgabe ist es, Pamina zu befreien. In ihrem Kampf zwischen Licht und Dunkelheit reifen schließlich beide – natürlich gibt’s ein Happyend.

    Nun verführen ja gerade Open-Air-Aufführungen zu besonders viel Bühnenzauber, und so haben auch in der aktuellen „Zauberflöte“ zwei rassige Pferde, drei Hunde und 50 Tauben ihre spektakulären Auftritte, und es dürfen auch Pyrotechniker in dunkler Nacht zu Werke gehen.

    Dennoch legt der Mexikaner Arturo Gama in seiner Inszenierung deutlich die Betonung auf die Musik. Erstaunlich, wie klar und fein moduliert die Stimmen trotz Open Air bis in die letzten Reihen klingen: Raphael Pauß als ernsthafter, zielstrebiger Prinz, Roman Grübner als lustvoll den Spaßvogel spielenden Vogelfänger Papageno, Katherina Müller als zweifelnde, dennoch selbstbewusste Pamina, Frank Blees als würdevoll-weiser Sarastro. Stimmliche Herrscherin des Abends war Hyon Lee als Königin der Nacht, die für ihre sauberen, sicheren Koloraturen mit heftigem Zwischenapplaus bedacht wurde. Charmant, kokett und stimmlich stark begeisterten die drei Damen (Petra Nadvornik, Frauke Willimczik und Lien Haegeman) in grünen, pinken und lila Rauschekleidern. Als Papagena durfte Nicole Braugner alle Register ihrer Wandlungsfähigkeit ziehen: von einer fetten Lust-Greisin, die sich zur quirligen jungen Papagena verwandelt, als sie sich Papagenos Liebe sicher ist.

    Langer, verdienter Applaus hallt nach gut drei Stunden kurz nach Mitternacht hinüber bis zum Schloss. Sehr zu recht für ein homogenes Solisten-Ensemble, für den Opern- und Extrachor des mecklenburgischen Staatstheaters und nicht zuletzt für die Mecklenburgische Staatskapelle unter der temperamentvollen Leitung von Judith Kubitz. Egal, wie die Wetterprognosen sich weiter gestalten – für die Schweriner Opernbühne lässt sich sagen: überwiegend heiter.

    von Petra Haase

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