| De Diern is richtig – Lachgarantie bei der Fritz-Reuter-Bühne
Lachen tut gut – und weil sie ihrem Publikum Gutes tun möchte, hat die Schweriner Fritz-Reuter-Bühne als erstes Stück in diesem Jahr ein Lustspiel ausgewählt. So wurde denn auch am Dienstagabend bei der Premiere von „De Diern is richtig“ im Großen Haus kräftig gelacht und applaudiert.
Diese Komödie des Österreichers Anton Hamik (1887-1943), die im Ursprung „Weiberregiment“ heißt, wurde schnell den landschaftlichen und sprachlichen Gegebenheiten angepasst – für die Schweriner Fassung 2009 in einem sehr angenehmen, ursprünglichen Platt, was Anteil am Erfolg hat.
Angesiedelt ist die Geschichte irgendwann in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf einem Bauernhof, respektive in einem Bauernhaus (Bühnenbild Prof. Michael Goden).
Die Besitzer, die Brüder Klaas Schnack (Knut Fiete Degner) und Piet Schnack (Andreas Auer), leben da verträglich miteinander und teilen zwei Leidenschaften: das Fischen und das Nichtstun. Letzteres beherrschen sie bis zur Perfektion, sehr zum Ärger ihrer Schwester Male (Elfie Schrodt).
Die sieht mit Grausen, dass der stattliche Hof langsam verlottert – wo sie ihn doch gern – in passablem Zustand versteht sich – als Erbe für ihre Tochter Sanna (Tina Landgraf) sähe. Die ist im heiratsfähigen Alter und noch ohne den richtigen Bräutigam. Doch da hat die eifrige Male eine Rechnung mit zu vielen Unbekannten aufgestellt. Zum einen hat Sanna schon einen Liebsten, den Seemann Hinrich (Sönke Fahl), zum anderen taucht Antje Rothermund (Beate Prahl) auf.
Eigentlich wurde sie ja von den Brüdern als Dienstmädchen engagiert, aber uneigentlich übernimmt Antje das Regiment und mischt den Laden auf.
Unter Zuhilfenahme von Rahmsuppe, Pudding und Kuchen – nicht nur Liebe, auch Erziehung geht durch den Magen – und mit Einsatz von elektrischer Beleuchtung und Radiomusik bringt sie die Brüder auf den richtigen Weg. Die walzen und balzen denn auch um Antje herum, damit sie ja bei ihnen bleibt. Warum de Diern das nicht will, wird hier nicht verraten, das wird am Schluss des Stücks im Theater aufgelöst.
Dass hinter dem blonden Dienstmädchen mit der fein gestärkten Schürze (Kostüme Giselher Pilz) ein Geheimnis zu stecken scheint, deutet Beate Prahl durch ihre differenzierte Gestaltung der Rolle sehr früh an. Regisseur Rolf Petersen braucht für seine Inszenierung keine modernistischen Schnörkel und sucht – zum Glück für die Zuschauer – nicht nach tiefenphilosophischen Interpretationen.
In seiner Komödie wird gelacht, über Wortspielereien ebenso wie über beredte, stumme Gesten und über an Slapstick erinnernde Komik. „De Diern is richtig“ ist richtig gute Unterhaltung mit Lachgarantie – und Lachen tut ja bekanntlich gut.
Karin Gustmann
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