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    Die Männer sind alle Verbrecher

    Quelle: Schweriner Volkszeitung
    vom: 08. Oktober 2004
    Mehr Infos zu: Die Männer sind alle Verbrecher



    Die Männer sind alle Verbrecher – die Frauen aber auch
    Premiere für Katrin Hukes Liederabend im "Nachtcafe"

    Schwerin In Solo Sunny, Cabaret oder Rocky Horror Show hat ihre Stimme das Publikum hingerissen. Katrin Huke, die Erste Sängerin es Schweriner Schauspielensembles, ist jetzt mit einem Soloabend im Nachtcafé des Mecklenburgischen Staatstheaters zu erleben. Unter dem Titel Die Männer sind alle Verbrecher interpretiert sie zusammen mit dem Pianisten Boris Leibold im Konzertfoyer Songs und texte unter anderem von Rio Reiser, Friedrich Hollaender, Element of Crime, Heinz Erhardt und Erich Kästner.

    Frage: Frau Huke, die Männer sind alle Verbrecher, warum laufen noch so viele frei herum?
    Huke: Weil sonst die ganze Welt im Knast wäre, denn die Frauen sind ja auch Verbrecher. Also, in der Stunde vor Mitternacht geht es nicht darum, die Männer in die Pfanne zu hauen, weil mit ihnen alles ganz furchtbar sei. Ich mache keinen feministischen Abend, im Gegenteil. Ich glaube nicht an diese angeblich männertypischen Fehler, alles Klischee, die Frauen sind doch „auch nicht viel besser“, wie es in dem Titellied weiter heißt. Manchmal sind sie vielleicht sogar schlimmer.

    Frage: Es geht unterhaltsam um schwierige Beziehungen, wie kam es zu dem Programm?
    Huke: Es geht um dieses endlose Thema zwischen den Geschlechtern, um Liebe und Sex. In ganz unterschiedlichen Formen. Die Mischung ist bunt, kommt aus mehreren Jahrzehnten. Hollaender und Kreisler, aber auch modernere Sachen sind dabei, von Rio Reiser oder Element of Crime. manchmal klingt das traurig, manchmal heiter und stark. Die Idee für den Abend ist schon älter, eigentlich wollte ich ihn im Duo mit einem Kollegen machen, das Thema von zwei Seiten erzählen, es haperte bei den Terminen. Nun mache ich es alleine. Die Songs habe ich ausgewählt, zusammen mit dem Pianisten, und ich arbeite auch ohne Regisseur.

    Frage: Apropos Nachtcafé, was muss in einer Kneipe los sein, in der Sie sitzen, wenn Sie nicht auf der Bühne stehen?
    Huke: Sie muss ohne Techno und Krach sein, damit man sich unterhalten kann. Das Publikum muss stimmen. Wichtigteuer, die bei jedem Thema genau bescheid wissen, aber ganz genau, wie es mit der Politik ist und sein wird oder mit sonst was, Leute, die nur ihre vorgefertigten Statements loswerden wollen, die kann ich nicht ertragen. Da ist es mitunter viel angenehmer, in einer Kneipe unter Bauarbeitern zu sitzen. Auf jeden Fall muss es in dem Lokal aber guten trockenen Weißwein geben.

    Interview: Manfred Zelt
    Premiere heute, 23 Uhr im Konzertfoyer des großen Hauses.
    Nächster Termin: 29.10.
    Karten: 0385 - 5300123

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