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    Viel Lärm um nichts

    Quelle: Ostsee Zeitung
    vom: 11. Juni 2008
    Mehr Infos zu: Viel Lärm um nichts



    Shakespeare gekonnt vertanzt

    Schwerin (OZ) Das Ballettensemble des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin beendet nach zwei großen Produktionen im Großen Haus mit einem kleinen Stück im E-Werk die laufende Spielzeit. Nach William Shakespeares Komödie „Viel Lärm um nichts“ choreographierte Paul Julius die Geschichte um die Irrungen und Wirrungen in der Liebe. Der lange, stürmische Applaus nach der Uraufführung war verdient und – obwohl laut – absolut kein Lärm um nichts.

    Es ist immer wieder aufs Neue erstaunlich, was dieses kleine Ballettensemble (sechzehn Tänzerinnen und Tänzer) leistet. Sechzig Minuten voller Spannung zur Entspannung – Anregung? – des Publikums auf wirklich hohem Niveau werden geboten. Wobei keine qualitativen Unterschiede zwischen Solo und Gruppe festzumachen sind, was wesentlich zum Erfolg des Abends beiträgt. Paul Julius (Jahrgang 1971) war bis 2006 als Tänzer am Schweriner Theater engagiert und wusste somit genau, für wen er sein Stück choreographiert. Mit „Viel Lärm um nichts“ wagte er sich erstmals an ein Handlungsballett, für das er Musik des lettischen Komponisten Peteris Vasks verwendete. Ullrich Altermann gestaltete mit sparsamen Mitteln einen Spielraum, in dem er die Doppelbödigkeit der Geschichte mit einer zweiten Ebene, einem Podest, andeutet und durch drehbare Wände die Orte der Handlung kennzeichnet. Ebenso aufs Wesentliche reduziert auch die Kostüme von Bettina Lauer.

    „Viel Lärm um nichts“, der Komödien-Klassiker von 1598, hat alle Zutaten eines Lust-Spiels: Ein Paar, das sich findet, ein anderes, das sich nicht finden will, aber dann doch bekommt, dazu Eifersucht innerhalb und außerhalb von Beziehungen, Zickenkrieg und Hahnenkämpfe, Rivalität und Verrat und am Schluss ein Happy End. Paul Julius konzentriert sich auf den Kern, auf die Beziehung von Hero (Jelena-Ana Stupar) und Claudio (Rustam Savrasov). Dennoch: Ein paar mehr heitere, ironische Akzente – wie der Patrouillengang von Holzapfel (Björn Helget) und Schlehwein (Tobias Almási) – hätten der Inszenierung gut getan.

    von KARIN GUSTMANN

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