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    Der Zigeunerbaron

    Quelle: Ostsee-Zeitung
    vom: 05. April 2004
    Mehr Infos zu: Der Zigeunerbaron



    Der Zigeunerbaron auf Schweriner Bühne

    Schwerin (OZ) Operetten gehören zum Pflichtprogramm eines Mehrsparten-Theaters. Am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin erlebte am Freitag „Der Zigeunerbaron“ eine begeisterte Premiere. Im Oktober 1885 in Wien uraufgeführt, gilt das Stück als meistgespieltes Werk des Komponisten Johann Strauß. Die Schweriner Inszenierung der taiwanesischen Regisseurin Mei Hong Lin wählte die von Nikolaus Harnoncourt und Norbert Linke rekonstruierte Fassung, straffte die Handlung und lässt so Solisten, Chöre und Ballett zur vollen Wirkung kommen. Eine minimalistische Bühne – mit im Finale launig tanzenden Fahnen – ist idealer Rahmen für die Kostüme von Giselher Pilz: gebrochenes Kupferbraun für die Zigeuner, sattes Schweinchenrosa für die Fraktion um den Schweinezüchter Zsupán. Martin Winkler führt diesen selbsternannten Schweinefürsten stimmlich und gestalterisch sicher durch die Handlung, kokettiert mit eigenen Eitelkeiten und dem Publikum. Das sparte nicht mit Applaus für die Geschichten um den „idealen Lebenszweck“ – Borstenvieh und Schweinespeck – und den selten komischen Versuch, sich vor dem Militärdienst zu drücken. Krieg und Sieg, Träume als Wegweiser zu vergrabenen Schätzen, Eheschließung durch einen Dompfaff – mit Störchen als Trauzeugen – sind Zutaten des vergnüglichen Drei-Akters mit seinen unvergänglichen Melodien. Manch wehmütiges Lächeln taucht auf, wenn Eveline Inès Bill als ebenso sanfte wie gesanglich überragende Saffi und Thomas Sigwald als stimmlich und spielerisch „flotter Geist“ Sándor Barinkay verkünden: „Die Liebe ist eine Himmelsmacht“. Walzerseligkeit und feuriger Csardas treffen sich in dieser Operette, die wesentlich getragen wird von den durch Michael Junge exzellent einstudierten Chören, dem Opernchor und dem in nichts nachstehenden Extrachor. Mit dabei in allen Bildern das Ballettensemble des Hauses. Klangfülle, mal sanft schluchzende, mal rhythmisch mitreißende, kommt aus dem Orchestergraben, wo Jörg Pitschmann sehr genau die Staatskapelle führt. KARIN GUSTMANN Nächste Vorstellungen: 6., 12., 24. April im Großen Haus.

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