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    Spätschicht

    Quelle: Schweriner Volkszeitung
    vom: 29. Januar 2008
    Mehr Infos zu: Spätschicht



    Singen, jonglieren und kochen

    SCHWERIN - Es wird geblödelt, gerockt, gesungen, abenteuerlich erzählt. Es donnern die Drums oder es krächzt ein Recorder. Clownerie, Phantasie, Pantomime, Zirkus-Jonglage. Es gibt schweizerischen Rachensound, schwäbische wie plattdeutsche Töne und tschechische Sprachübungen - tschk-brst-krk. In einer Flaschenpost steckt eine Liebesgeschichte, in einem nachdenklichen Bericht deutsche Realität. Ein Video lässt hinter die große Bühne nebenan blicken, ein Song ins Herz eines Kerls am Morgen danach. Mit Kartoffeln und Reibeisen beteiligen sich Zuschauer am Spiel, denn hier arbeitet auch ein Kochstudio an Meckpomm de terre.

    "Spätschicht" im Foyer-Café des Schweriner Staatstheaters. Kein Anlass für Schlips und Kragen. Was sich NightLifeHausShow nennt, hat viele Autoren, der beliebteste heißt Chaos. Hier ist handfestes Kneipentheater zwischen Schwerin, der "Stadt des Verlassens", und Absurdistan, dem Land der extrem lockeren Existenz. Aromen von Rotwein, Bier und zunehmender Kartoffelpufferduft im überfüllten Raum. Anschwellendes Gelächter von Jungen und fortgeschrittener Jugend.

    Die Schauspieler This Maag, ein Multitalent, und Martin Neuhaus, ein Kumpeltyp, haben ein Programm installiert, dessen Programm kein festes Programm, dessen Antrieb die Spontaneität, dessen Ablauf die Improvisation ist.

    Und so schüttelten zur Premiere Sonnabendnacht die beiden Macher zusammen mit Lucie Teisingerova, Anna Schumacher, Johann Zürner, Jochen Fahr, Knut Degner und Hagen Ritschel vom Schauspielensemble kunterbunte Nummern zum Stichwort Schwerin wie zu anderen Merkwürdigkeiten voller Lust und Witz aus dem Handgelenk. Flotter als jede geplante Party. Und als Gäste aus der "Freischütz"-Szene präsentierten Carsten Stotco und Thomas Naedler ihr liebevoll spöttisches Schwerin-Lied: Wehe, wenn du den Absprung verpasst!

    Alle aber, die noch hier sind, na, zumindest etwa 120 Leute können sich künftig bei dieser "Theatersoap" einfinden oder beteiligen. Die Akteure werden ständig wechseln, Opernsänger, Ballettleute, Musiker sind eingeladen, und wer weiß, welche Phänomene aus der Szene sich noch hinzutrauen. Jedenfalls - variatio delectat - soll jede Spätschicht einmalig sein. Und das möglichst im doppelten Sinne.

    Nächste Termine: 23. Februar, 29. März, 23 Uhr, Foyer-Cafè. Info: www.spätschicht-schwerin.de

    von Manfred Zelt

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