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    1918 - 1944 | 1945 - 1989 | 1989 - 2001
    Nach 1989 konnte die Qualität der Musiktheateraufführungen durch Neustrukturierung des hauseigenen Solopersonals und erweiterte Möglichkeiten für den Einsatz von Gästen mit Stückverträgen deutlich gesteigert werden. Der schon einige Jahre vor dem Ende der DDR einsetzende Besucherzustrom aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen verstärkte sich. Bemerkenswerte Aufführungen nach 1989 waren u.a. 1992 "Peter Grimes" von Benjamin Britten (als Antrittsinszenierung von Opernintendant Werner Saladin), "Tosca", "Madama Butterfly" und "Otello" in Originalsprache, und die in ebenfalls beachtlicher Qualität aufgeführten Musicals "West Side Story", "Anatevka" und "My Fair Lady". Auch die Wagner-Tradition des Hauses wird fortgesetzt: 1991 "Der fliegende Holländer", 1994 "Walküre", 1995 "Parsifal" konzertant, und "Meistersinger", 1997 "Tristan und Isolde", 2001 "Tannhäuser"; ebenso die kontinuierliche Pflege von Strauss-Opern mit "Rosenkavalier", "Salome" und "Ariadne auf Naxos". Nach "Parsifal" finden weitere große konzertante Opernaufführungen statt, so die Schweriner Erstaufführung von Debussys "Pelléas et Mélisande", Verdis "Les Vêspres Siciliennes" und (geplant) "Falstaff". Als experimentierfreudig erweist sich das Musiktheater im Bereich Kammeroper (Werke von Davies, Dibdin, Hensel, Johnson, Holst, Suits), besonders zu erwähnen die im Lager Teresienstadt entstandene Oper "Der Kaiser von Atlantis" von Victor Ullmann. Auch die 1993 zur Förderung von Hochschulabsolventen gegründete Opernakademie liefert hochwertige Aufführungen ("List und Liebe", "Aschenputtel", Nymens "Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte").

    Das Ballett behauptet seine Eigenständigkeit mit anspruchsvollen Aufführungen abendfüllender Standardwerke von Tschaikowski, Prokofjew u.a. und mehrteiliger Abende, überwiegend mit Kompositionen des 20. Jahrhunderts, z.B. von Henze, Britten, Orff, Strawinsky und Schönberg. Im Rahmen der seit 1993 jeweils im Juni und Juli stattfindenden Schlossfestspiele (siehe auch Schauspiel) wurden 1994 im Schlossinnenhof mit großem Publikumserfolg rund 20 Aufführungen des "Don Quichotte" von Jules Massenet gegeben, 1996 folgte "Der Troubadour" von Verdi in Originalsprache, der wegen großer Nachfrage im Sommer 1997 eine zweite Aufführungsserie erlebte. 1999 knüpfte man an Erfahrungen der 50er Jahre an und führte auf der Freitreppe des Staatlichen Museums "Aida" auf, mit über 50.000 Besuchern ein Ereignis, das auch zum Wirtschaftsfaktor für die Landeshauptstadt wurde, so dass im Verdi-Jahr 2001 mit "Nabucco" eine Fortsetzung folgte, mit über 60.000 Besuchern. Im Sommer 2002 wird an gleicher Stelle Puccinis "Turandot" gezeigt.

    Für die künstlerische Produktion des Schauspiels bedeutete die "Wende" einen besonders tiefgreifenden Einschnitt. Man musste nach Stücken und Inszenierungsweisen suchen, die den nun völlig anders motivierten Zuschauer erreichen. Wieder aufgegriffen wurde die Tradition von Inszenierungszyklen (Projekte "Große Freiheit", "Shakespeare", "Vom Glück des Scheiterns", "Schiller und Konsorten"). Die Schlossfestspiele starten 1993 mit "Marlowe´s Faust", 1995 gefolgt von "P. M. - 2000 Jahre Mecklenburg" und "Die drei Musketiere" im Jahr 2000. Probleme der unmittelbaren Gegenwart wurden von Regisseur, Hausautor und jetzigem Schauspieldirektor Peter Dehler mit z.T. im Kabarettistischen angesiedelten Stücken regelmäßig als Uraufführungen auf die Bühne gebracht. ("Die Wächter", "König Quack", "Prost, Brüder!" Nr. 1 - 5, "Glatze", "S.O.S. - Breakfast with the Devil", "P.M.", "Sprachlos", "Fisch sucht Fahrrad", "M.f.G."). Zunehmend findet neueste Dramatik Eingang in den Spielplan, darunter eine viel beachtete Uraufführungsserie der dreiteiligen "Totentrompeten" von Einar Schleef in Kooperation mit dem "forum stadtpark theater Graz". Als bedeutsame Inszenierungen im Großen Haus wären zu nennen: "Der blaue Boll" und "Der arme Vetter" von Barlach, "Die Ratten" von Hauptmann, "Peer Gynt" von Ibsen, "Medea" von Jahnn, "Die Bauern" von Heiner Müller sowie mehrere Brecht- und Büchner-Inszenierungen, außerdem natürlich deutsche Klassik und Shakespeare.

    Äußerst vielseitig ist der Spielplan im E-Werk, der teils auch vom Musiktheater, dem Ballett und der Fritz-Reuter-Bühne bestritten wird, wie auch im Foyer-Café.

    Ein Jugendtheaterclub ergänzt mit regelmäßigen Beiträgen die experimentelle Seite des Spielplans.

    1994, 1995 und 1996 wurden die Schlossfestspiele zu einem Europäischen Festival mit Gastspielen aus mehreren europäischen Ländern erweitert, wegen fehlender Finanzen mussten die Vorhaben für 1997 aber wieder fallengelassen werden.

    Text: Horst Schwarz-Linek

    1918 - 1944       1945 - 1989   

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