| Hofrat Zöllner wird 1836 Intendant und damit der erste Leiter des neuen Schauspielhauses, das mit Ernst Raupachs Stück "Die Schule des Lebens" am 17.1. 1836 eröffnet wird. Vorherrschend ist die Oper, im Schauspiel dominieren Lustspiele, Intendant Zöllner setzt aber auch Aufführungen der Klassiker Shakespeare, Schiller, Goethe, Lessing, Kleist und Grillparzer durch.
1839 wird Carl Christian Ludwig Schmidtgen erster Hoftheater-Musikdirektor im neuen Haus. Die Schweriner Hofkapelle besteht im zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts aus etwa 20 Musikern, die ausschließlich Theaterdienst zu leisten haben. Konzertstücke werden zu Beginn von Theateraufführungen gegeben, häufig mit berühmten Solisten. Bei Bedarf wird das Orchester durch Gäste verstärkt. 1840 findet das 1. Schweriner Musikfest statt, unter Leitung von F. Mendelssohn Bartholdy, mit 150 Orchestermusikern und 340 Chorsängern.
1852 ist die 1. Schweriner Aufführung einer Oper von Richard Wagner, "Der Tannhäuser", zu verzeichnen. 1853 folgt "Der fliegende Holländer", 1854 "Lohengrin".
Zöllners Nachfolger als Intendant wird 1855 für sieben Jahre der Komponist Friedrich von Flotow. Er setzt das Engagement von Georg Alois Schmitt als Hofkapellmeister durch, der in seiner langen Amtszeit von 1856 bis 1892 entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung Schwerins als Musikstadt nimmt (Wiederbelebung der Musikfeste, Einrichtung von Abonnementskonzerten und Kammermusiken, 1859 1. Schweriner Aufführung der 9. Sinfonie von Beethoven, Festigung der Schweriner Wagner-Tradition. 1873 besucht Richard Wagner in Schwerin eine Aufführung seiner Oper "Der Fliegende Holländer". 1878 wird "Die Walküre" - kurze Zeit nach Bayreuth - aufgeführt, Besucher kommen, teils mit Sonderzügen, aus Wismar, Rostock, Güstrow, Lübeck, Hamburg und Berlin. 1881 stehen zum 1. Mal "Die Meistersinger" auf dem Schweriner Spielplan.).
Berühmte Gastsolisten sind in dieser Periode 1863 Clara Schumann, 1866 Joseph Joachim, 1868 Anton Rubinstein. 1877 dirigiert Camille Saint-Saens, 1880 und 1882 ist Johannes Brahms als Pianist und Dirigent eigener Werke in Schwerin zu Gast.
Unter den Intendanten Putlitz und Wolzogen nimmt die Qualität des Schauspiels deutlich zu, besonders auf dem Gebiet des Lustspiels. Für Klassiker werden berühmte Schauspielerinnen und Schauspieler als Gäste geholt (Carl Sontag, Friedrich Haase, Alexander Moissi, Agnes Sorma, Arthur Vollmer).
1886 öffnet das neue Großherzogliche Hoftheater mit Glucks "Iphigenie in Aulis" seine Pforten. In den folgenden 2 Jahrzehnten finden ca. 1300 Opernaufführungen statt.
Die technischen Möglichkeiten des neuen Hauses führen seit 1886 zu einer Veräußerlichung der Inszenierungen, im Musiktheater wie im Schauspiel, das unter Ledebur mit großen Klassikerzyklen aufwartet.
1897 - 1901 führt Herman Zumpe, anschließend Chef der Münchner Oper, die Schweriner Hofkapelle auf einen der ersten Plätze unter den deutschen Orchestern.
Text: Horst Schwarz-Linek 1563 - 1835
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