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  • Baugeschichte Daniel-Bau am Alten Garten


    Schon 1701 gab es in Schwerin verschiedene Theaterspielstätten, die von gastierenden oder zeitweise ansässigen Theatergesellschaften genutzt wurden. Zu ihnen gehörte das in Fachwerkbauweise auf dem Alten Garten errichtete Ballhaus, das 1831 den Flammen zum Opfer fiel. Der junge Baukondukteur Georg Adolph Demmler, ein Schüler Karl Friedrich Schinkels, erhielt nun den Auftrag zur Schaffung eines festen Theatergebäudes. Das Großherzogliche Hoftheater, ein klassizistischer Bau, wurde am 17. Januar 1836 am heutigen Standort feierlich eröffnet.

    1882 brannte das bis dahin mehrfach umgebaute Theater abermals bis auf die Grundmauern nieder. Umgehend wurde auf dem Bahnhofsvorplatz ein Interimsgebäude aus Holz errichtet, das 1.100 Zuschauern Platz bot. Gleichzeitig begann unter der Leitung von Georg Daniel und der Mitwirkung von Gustav Hamann und Karl Raspe der Bau eines neuen Theaters – wieder am Alten Garten. Am 3. Oktober 1886 öffnete das neue Hoftheater seine Pforten. Georg Daniel hatte ein historistisches Gebäude konzipiert, das sich äußerlich als Villa der italienischen Hochrenaissance darstellt, innen jedoch vielfach barocke Formen und Dekore zeigt. Bühnen- und sicherheitstechnisch nach modernsten Standards ausgestattet, verfügte das Theatergebäude sogar über elektrisches Licht aus eigener Anlage.

    Nach der Abdankung des Großherzogs 1918 und der Gründung des Freistaates Mecklenburg-Schwerin wurde das Theater auch vom neu gebildeten Landtag genutzt. Die Sitzungen des Parlaments fanden im Konzertsaal statt, die Foyers wie beispielsweise das heutige Flotowzimmer, dienten als Fraktionsräume. Im Zweiten Weltkrieg blieb das Haus unbeschadet und konnte nach Kriegsende sofort wieder bespielt werden. In den 1980er Jahren wurde mit der Renovierung des Hauses begonnen. Umbauten aus den 1950er bis 1970er Jahren, die sich als nachteilig erwiesen hatten, wurden wieder zurückgeführt. Im Jahr 1987 entstand außerdem ein neues Kulissenmagazin mit Anbindung an die Hinterbühne. Nach einer Dachaufstockung fand hier 2002 die Schneiderei des Theaters einen neuen Platz, die zuvor auf engstem Raum in der Galerie des früheren Konzertsaales untergebracht war.

    Seit 2003 erstrahlt der einstige Konzertsaal als prunkvolles Konzertfoyer wieder in neuem Glanz. Der zuvor als Kammerbühne und Spielstätte der „Fritz-Reuter-Bühne“ bekannte Saal gehört neben dem Zuschauerraum mit der Hauptbühne nun wieder zu den repräsentativen Glanzstücken des Mecklenburgischen Staatstheaters. Mit seinem großzügigen Altan zum Alten Garten, dem edlen Parkettboden, der imposanten Galerie und den prächtigen Lüstern eignet er sich nicht nur als Zuschauerfoyer, sondern wird außerdem für Kammerkonzerte, kleinere Theaterproduktionen, Premierenfeiern, Ausstellungen, Vortrags-, Kongress- und Seminarveranstaltungen genutzt.

    2006 wurden der Zuschauerraum und die Obermaschinerie des Großen Hauses umgebaut. Neue, bequeme Theatersessel und eine moderne Lüftungsanlage bieten den Besuchern jetzt zeitgemäßen Komfort. Die Anzahl der Plätze wurde zugunsten der Beinfreiheit und einer besseren Sicht auf 540 Plätze reduziert. Die Bühnentechnik wurde mit dem Einbau einer neuen Obermaschinerie auf den neuesten Stand gebracht. Außerdem wurde ein Teil der Zuschauerfoyers restauriert. Weitere umfangreiche aber notwendige Renovierungen fanden im Jahr 2009 statt.

    Die Untermaschinerie wurde komplett erneuert, mit dem Ergebnis eine neue Drehscheibe und eine Hauptspielfläche nutzen zu können, die auf- und abgesenkt werden kann. Außerdem wurden die Parkett- und Rangfoyers des Großen Hauses nach restauratorischen Befunden in ihren historischen Fassungen wiederhergestellt. Anlässlich der Wiedereröffnung des Großen Hauses im November 2009 nach einer kurzen Schließzeit von wenigen Monaten wegen des Umbaus wurde dem Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin die Denkmalplakette des Landes Mecklenburg-Vorpommern verliehen.

    2010 begann die Sanierung der Fassaden des Theatergebäudes. Im Zuge dieser Arbeiten erhielt das Theater sein ursprüngliches Erscheinungsbild weitgehend zurück. Der Fassadenputz wurde ausgebessert, Natursteinelemente wurden saniert und der aus Terrakotta bestehende plastische Schmuck wurde gereinigt, konserviert und da, wo es nötig war, restauriert. Vor Beginn der Maßnahmen fand eine restauratorische Untersuchung der Fassaden statt. Dabei stellte man fest, dass das Haus ursprünglich einen Fassadenanstrich in Ocker besessen hat, den es nun zurückerhielt. Nach seiner Fertigstellung harmoniert das Theater wieder besser im baulichen Kontext mit dem Museum und dem Dekorationsmagazin und bildet mit diesen Bauwerken nun ein noch wirkungsvolleres Pendant zum gegenüberliegenden Schloss.

    Zur Website Landesamt für Kultur und Denkmalpflege

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